Ausgelassener Jubel nach dem späten Ausgleich von Valentin Bannert (2. V. re.) in Karlsruhe. Foto: Markus Burger
Die Löwen-U19 blieb im dritten Spiel in Folge in der Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga unbesiegt, musste aber beim 2:2 beim Karlsruher SC lange um den Punkt zittern. Zweimal gerieten die Sechzger in Rückstand. Erst war es Efe Karakoc (24.), der die Führung durch Metin Sen (9.) ausglich. Dann der eingewechselte Valentin Bannert in der 5. Minute der Nachspielzeit, der nach der erneuten Führung durch Bassem El-Doro (84.) zum vielumjubelten Endstand traf.
Die Junglöwen dominierten die Anfangsphase und hatten nach fünf Minuten die erste Chance. Edon Krasniqi hatte auf der rechten Seite Lance Fiedler tief angespielt, der flankte von der Grundlinie an den zweiten Pfosten, wo der eingelaufene Emre Erdogan bedrängt zwar noch an den Ball kam, ihn aber aus acht Metern nicht platziert aufs Tor schießen konnte, so dass Kamil Günes den Abschluss parierte (5.). Mit dem ersten Torschuss ging der KSC in Führung. Metin Sen hatte mit Marc Kaiser vorm linken Strafraumeck Doppelpass gespielt, konnte sich dadurch von Jamie Jenni lösen, sein anschließender Schuss aus 20 Metern aufs lange Eck mit der Innenseite sprang vom rechten Pfosten unhaltbar für Mauricio Dunker zum 1:0 ins Tor (9.). Die Nordbadener waren mit der Führung im Rücken nun besser im Spiel. Nach einem Querpass von Mustafa Tekin kam Edon Krasniqi halbrechts an der Strafraumkante zum Schuss, seine Direktabnahme ging aber knapp am kurzen Eck vorbei (19.). Zwei Minuten später musste Dunker eingreifen, um das 0:2 zu verhindern. Nach einem Pass in die Tiefe tauchte Tim Boldt frei vor dem Keeper auf, zog im Strafraum an ihm links vorbei, doch Dunker setzte nach, warf sich in den anschließenden Schuss (21.). Kurios der Ausgleich in der 24. Minute. Jakob Schurz hatte links im Strafraum Tekin angespielt, der zog mit links ab, Torhüter Günes parierte den Schuss, der Ball sprang hoch nach vorne weg, Ben Wohlketzetter köpfte das Spielgerät aus fünf Metern aufs Tor, Günes riss die Hand nach oben, konnte den Kopfball abwehren, Karakoc reagierte am schnellsten, brachte die Fußspitze an der Fünfmeterkante an den Abpraller, der rechts neben dem Pfosten zum 1:1 einschlug. Glück hatten die Junglöwen in der 31. Minute, als Arian Ortivero Calderon eine Hereingabe aus dem rechten Halbfeld per Kopf im Strafraum genau auf Mittelstürmer Boldt klärte, dessen Direktabnahme aus 17 Metern ging knapp am linken Pfosten vorbei. Kurz vor der Pause nochmals ein Schreckmoment für die Giesinger. Ein weiter Abschlag des KSC-Torhüters verlängerte Simon Guggenbühler per Kopf in den Lauf von Boldt, der kam an der Strafraumkante ungehindert zum Abschluss, zielte aber rechts am Pfosten vorbei (44.). Kurz danach pfiff Schiedsrichter Jens Grage die 1. Halbzeit ab.
Es dauerte in der 2. Halbzeit fast zehn Minuten bis zum ersten Torschuss. KSC-Rechtsverteidiger Max Baumstark dribbelte von der Seite in die Mitte, schloss dann mit links in zentraler Position aus 16 Metern ab, zielte aber etwas zu hoch übers linke Kreuzeck (55.). Drei Minuten später passte Bassem El-Dor aus dem Zentrum links an die Strafraumkante auf Marlo Thürer, der ging mit dem Ball in den Sechzehner, schloss dann aus spitzem Winkel aufs kurze Eck ab, doch Dunker war unten, klärte den Schuss zur Ecke (58.). Erneut war es El-Dor, der diesmal seinen Kapitän Simon Guggenbühler auf links im Strafraum bediente, dessen Schuss ging aber deutlich am kurzen Eck vorbei (65.). In der 80. Minute profitierte Paul Sturm von einem Fehler von KSC-Keeper Günes, der eine Kerze schlug, aber blitzschnell reagierte und den Schuss von Sturm aufs Tor parierte. Auf der anderen Seite wurde eine Flanke von Fynn Braun aus dem linken Halbfeld immer länger, setzte auf der Latte des 1860-Tores auf (81.). Nach einem zweifelhaften Freistoß erzielte El-Dor das 2:1 für den KSC. Aus 21 Metern zirkelte er den Ball mit links außen an der Mauer vorbei, traf unhaltbar für Dunker ins kurze Eck (84.). Direkt danach brachte Junglöwen-Coach Jonas Schittenhelm mit Noah Plöttner und Valentin Bannert zwei frische Stürmer (84.), auch Bienvenue Kawele und Jahi Osmani kamen zum Einsatz (88.). Fynn Braun brachte wenig später auf der Linie des rechten Strafraumecks Sturm zu Fall, es gab aber nur Freistoß für die Sechzger (89.), den Arda Efe mit links in die Mauer setzte (90.). Wenig später verpassten die Karlsruher die endgültige Entscheidung, als Dunker einen weiten Ball außerhalb seines Strafraums direkt nach vorne klären wollte, aber El-Dor anschoss. Die Kugel prallte zu Mete Torun, der das Kunststück fertigbrachte, vollkommen frei aus 14 Metern links am leeren Tor vorbeizuschießen (90.). Auf der anderen Seite nahm Fiedler ein Zuspiel mit der Brust an, schloss aus der Drehung halbrechts direkt ab, zielte aber am langen Eck vorbei (90.+1). Zu allem Überfluss wurde Sturm in der 3. Minute der Nachspielzeit fälschlicherweise wegen Abseits zurückgepfiffen, sonst wäre er allein aufs KSC-Tor zugelaufen. In der 5. Minute der Nachspielzeit dann doch noch der vielumjubelte Ausgleich. Ludwig Estermann hatte geflankt, ein Karlsruher Spieler wehrte per Kopf zu Sturm ab, der halbrechts im Strafraum den Ball annahm, ihn mit links aus neun Metern Richtung Tor bugsierte, wo ihn Valentin Bannert per Hacke ins lange Eck zum 2:2 verlängerte. Kurz danach war Schluss.
Es sei das erwartet enge Spiel gewesen, fand U19-Coach Jonas Schittenhelm. „Wir haben in der 1. Halbzeit richtig gut gespielt.“ Die Führung für Karlsruhe sei überraschend gewesen, wenngleich er dem Torschützen Metin Sen attestierte: „Das macht er überragend, der Ball hatte eine Wahnsinnsflugkurve. Jeder hat gedacht, der Schuss geht am Tor vorbei, dann dreht er sich sensationell rein. Danach hatte der KSC, eher zufällig, noch zwei Riesengelegenheiten.“ Im zweiten Durchgang hätte der Gegner dann mehr investiert. „Wir haben uns schwerer getan, waren aber bis zum Freistoß gut drin.“ Der 40-Jährige haderte etwas mit dem Standard, weil es seiner Meinung nach kein Foul gewesen war. „Nach der erneuten Führung muss Karlsruhe das 3:1 machen. Das war eine unfassbare Chance. Wenn man das ganze Spiel betrachtet, war das Remis aber nicht unverdient“, so Schittenhelm. In der 2. Halbzeit hätte seinem Team zwar über weite Strecken der Zug gefehlt. „Karlsruhe hat alles lang gespielt, wir waren nicht mehr so griffig auf den zweiten Ball und die Umschaltmomente. Wir waren aber zu keinem Moment komplett raus, haben bis zum Schluss gearbeitet und gefightet und uns den Punkt – wenn auch glücklich – verdient geholt.“
STENOGRAMM
U19-DFB-Nachwuchsliga, Hauptrunde Liga B, Gruppe D
6. Spieltag, 15.03.2026, 11 Uhr
Karlsruher SC – TSV 1860 München 2:2 (1:1)
TSV 1860 München
Dunker (Tor) – Krasniqi, Ortivero Calderon, Estermann, Schurz (66., Efe) – Fiedler, Jenni (88., Kawele), Tekin (88., Osmani) – Erdogan (84., Bannert), Wohlketzetter (66., Sturm), Karakoc (84., Plöttner)
Tore
1:0 Sen (9.), 1:1 Karakoc (24.), 2:1 El-Dor (84.), 2:2 Bannert (90.+5).
Gelbe Karten
Boldt, Ambrosius, Braun – Schurz, Tekin, Jenni
Zuschauer
100 Badenia Stadion
Schiedsrichter
Jens Grage (Volmershoven); Assistenten: Kilian Baums (Dremmen), Lukas Rheindorf (Bonn)




