Cristian Leone erzielte mit seinem 16. Saisontor per Foulelfmeter den Siegtreffer in Nördlingen. Foto: Joachim Mentel
Die Löwen-U21 ist durch den hart erkämpften 1:0 beim TSV 1861 Nördlingen wieder an die Spitze der Bayernliga Süd zurückgekehrt, nachdem der TSV Landsberg diese durch einen Erfolg am Freitagabend über Nacht übernommen hatte. Das entscheidende Tor erzielte Cristian Leone in der 14. Minute per Foulelfmeter.
Erstmals gefährlich wurden die kleinen Löwen in der 8. Minute. Cristian Leone hatte links im Strafraum an den zweiten Pfosten geflankt, wo Sandro Porta das Luftduell gewann, aus sechs Metern aufs kurze Eck köpfte, jedoch hatte Nördlingens Keeper Daniel Martin mit dem Abschluss keine Probleme. Drei Minuten später setzte sich Leone an der linken Grundlinie durch, seine Hereingabe an den Fünfmeterraum konnten die Schwaben jedoch klären (9.). Nach einer weiten Flanke von rechts durch Porta lief Raphael Wach im Rücken von Johannes Fiedler dem Ball hinterher, der fuhr seinen Ellenbogen aus, traf den Sechzger voll im Gesicht. Schiedsrichter Niklas Wich zögerte keine Sekunde, zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt (12.). Die Ausführung verzögerte sich, weil Wach erst behandelt werden musste. Obwohl Leone lange warten musste, behielt er die Nerven, schoss zum 1:0 ins linke untere Eck, während Martin ins rechte sprang (14.). Im Anschluss an eine Ecke von rechts kam Simon Gruber vor Stefan Musa an der Fünfmeterkante an den Ball, köpfte ihn aber links am Tor vorbei (26.). Gefährlich wurden die Gastgeber meist nur nach hohen Bällen. So in der 36. Minute, als nach einer Linksflanke Musa die Kugel an einen Mitspieler lenkte, von dem sprang sie zu Bernd Rathgeber, der halbrechts zwar aus zwölf Metern zum Abschluss kam, die Sechzger aber längst die Schussbahn zugestellt hatten. Nach einem Foul von Jens Schüler musste Porta verletzungsbedingt das Feld verlassen (39.). Kurz vor der Pause hatte Emre Erdogan nochmals die Chance, auf 2:0 zu erhöhen. Rron Gosalci spielte ihn rechts im Strafraum an, sein Schuss aus 15 Metern ging aber knapp übers lange Eck (43.). Wenig später passte Erdogan vom Zentrum in den Lauf von Leone, der kam halbrechts im Strafraum vor Keeper Martin zum Abschluss, traf aber nur das Außennetz (44.). In der Nachspielzeit legte Leone im Strafraum zurück auf Wach, der zog am Elfmeterpunkt sofort ab, schoss jedoch einen Nördlinger an, der Abpraller landete bei Erdogan, der aber aus acht Metern das leere Tor nicht traf (45.+1). Direkt danach war Pause.
Die Nördlinger wurden zu Beginn der 2. Halbzeit aktiver. Eine Flanke von rechts durch Alexander Schröter senkte sich gefährlich aufs Dach des 1860-Tores (50.). Im Anschluss an eine Ecke verunglückte der Schuss von Rathgeber aus dem Rückraum, jedoch versuchte Gruber diesen zu veredeln, setzte am rechten Fünfmetereck zum Fallrückzieher an, schoss aber weit am Tor vorbei (53.). Die Löwen hatten nun Platz zum Kontern, waren aber oft nicht zielstrebig genug im Spiel nach vorne. In der 67. Minute dribbelte Leone an der linken Grundlinie entlang, zog dann nach innen, kam mit links aus acht Metern zum Abschluss, sein Schuss ging aber übers lange Eck. Hinten waren die Löwen überaus aufmerksam, hatten Gruber, den Top-Torjäger der Bayernliga (27 Treffer), weitgehend im Griff. Nach einem weiten Ball aus der Nördlinger Hälfte waren die Innenverteidiger Alexander Benede und Benedikt Hoppe einmal nicht im Bilde, Schröter kam zwischen den Beiden ans Spielgerät und im Strafraum halblinks aus elf Metern zum Abschluss, aber da war noch Musa, der den Linksschuss parierte (77.). Ein Verzweiflungsschuss von Schüler aus 20 Metern blockte die 1860-Defensive (82.). In der 85. Minute ging eine scharfe Hereingabe von rechts diagonal durch den kompletten Strafraum der Löwen, ohne dass ein Spieler der Gastgeber an die Kugel kam. Die Schwaben drängten zwar auf den Ausgleich, aber ohne Struktur und Plan. In der Nachspielzeit hatte Gosalci die Chance, den Deckel endgültig draufzumachen. Sein Rechtsschuss von der Strafraumkante war aber nicht platziert genug, Martin konnte ihn parieren (90.+2). Es reichte aber auch so. Die kleinen Löwen nahmen die drei Punkte aus dem Gerd-Müller-Stadion mit und können weiterhin aus eigener Kraft die Meisterschaft perfekt machen.
„Es war ein hartes Stück Arbeit“, bilanzierte U21-Coach Alper Kayabunar. „In der 1. Halbzeit haben wir ein gutes Spiel gemacht, leider auch wieder viele Möglichkeiten ausgelassen. Wir sind dann durch einen berechtigten Elfmeter mit 1:0 in Führung gegangen.“ Es sei in der Folge ein Kampfspiel gewesen. „Wir haben gut dagegengehalten, viele Umschaltmomente in der 2. Halbzeit gehabt, die wir nicht ausgenutzt haben.“ Die Angriffe des Gegners hätte sein Team leidenschaftlich wegverteidigt. „Man muss der Mannschaft auf jeden Fall ein Kompliment machen. Vor allem auch in der Konstellation. So hat U19-Spieler Jamie Jenni erstmals von Anfang an gespielt. Das war einfach ein wichtiger Sieg. Wir haben uns reingearbeitet uns vorgenommen, bis zum Schluss zu kämpfen und alles zu geben. Das haben die Jungs wirklich super gemacht und sind somit wieder verdient an die Tabellenspitze zurückgekehrt.“
Durch diesen Erfolg – der TSV Landsberg hatte am Freitag durch einen 5:2-Sieg über den SV Heimstetten vorgelegt – haben es die kleinen Löwen am Samstag, 16. Mai 2026 ab 14 Uhr im Heimspiel gegen den FC Ismaning wieder selbst in der Hand, sich mit der Meisterschaft in der Bayernliga Süd zu belohnen.
STENOGRAMM
U21 Bayernliga Süd, 33. Spieltag, 09.05.2026, 15.30 Uhr
TSV 1861 Nördlingen – TSV 1860 München 0:1 (0:1)
TSV 1860 München
23 Musa (Tor) – 25 Fiedler, 20 Hoppe, 24 Benede, 43 Fuchs – 8 Wach, 6 Jenni, 36 Grancay – 30 Porta (39., 34 Gosalci), 17 Leone (84., 28 Roithmayr), 7 Erdogan (64., 18 Pereira de Azambuja)
Tor
0:1 Leone (14., Foulelfmeter).
Gelbe Karten
Schüler, J. Fiedler – Benede
Zuschauer
580 im Rieser Sportpark
Schiedsrichter
Niklas Wich (Pressig); Assistenten: Sebastian Weber (Frankenwald), Maximilian Zenk (Zapfendorf)




