In der 4. Minute verfehlte Lucio Saric mit seinem Schuss nur um Zentimeter das Ziel. Foto: Joachim Mentel
Die Löwen-U21 sorgte beim Debüt des neuen Trainergespanns Wolfgang Sonnenhauser und Christoph Rech gegen den SV Schalding-Heining für eine Achterbahn der Gefühle. Spät erzielte Fares Ibrahim die Führung (85.), ehe Hannes Hobelsberger mit der letzten Aktion des Spiels zum 1:1 für die Gäste ausgleichen konnte (90.+4).
Die erste Chance des Spiels hatten die Löwen. Jakob Schurz hatte von links geflankt, der Ball landete im Zentrum bei Lucio Saric. Dessen Schuss vom Elfmeterpunkt wurde noch leicht abgefälscht, ging um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (4.). Drei Minuten später erreichte Fares Ibrahim ein Zuspiel in die Tiefe von Saric noch mit der Fußspitze, brachte aber den Abschluss aus neun Metern nicht aufs Tor, traf nur das linke Außennetz (7.). Eine glänzende Reaktion zeigte Schalding-Heinings Keeper Marius Herzig bei einem 14-Meter-Schuss von Edon Krasniqi, den er über die Latte lenkte (10.). Nach Zuspiel von Krasniqi traf Jakob Schurz halblinks aus 13 Metern nur die Latte (14.). In der Folge hatten die Sechzger weitere Abschlüsse, bei denen aber die Präzision fehlte. Den ersten Torschuss hatten die Niederbayern durch Thomas Flieher in der 25 Minute, der aber weit über das Tor von Stefan Musa zielte. Ein Distanzschuss von Krasniqi ging dagegen nur knapp über die Querlatte (28.). Auf der anderen Seite senkte sich ein abgefälschter Schuss von Daniel Zillner gefährlich ab, landete auf dem 1860-Tordach (40.). Somit ging es torlos in die Pause.
Unverändert begannen beide Teams die 2. Halbzeit. Die Niederbayern hatten einige Standards, bei der die Hintermannschaft der Sechzger nicht immer den besten Eindruck machte. In der 56. Minute konnte ein Schuss von Vlodoymyr Danylenko im Sechzehner gerade noch geblockt werden. Auf der anderen Seite brachte Maximilian Moser im Strafraum Efe Karakoc zu Fall, Schiedsrichter Patrick Krettek zeigte sofort auf den Punkt (57.). Noah Plöttner lief an, schoss flach aufs linke Eck, Herzig war unten, parierte den Schuss (58.). Der eingewechselte Paul Sturm scheiterte mit seinem Schuss im Strafraum ebenfalls an Herzig (63.). Ein 18-Meter-Freistoß von Jonas Hoffmann war zwar kräftig geschossen, kam aber zu zentral, so dass Musa ihn abwehren konnte (69.). Die neuen Trainer Wolfgang Sonnenhauser und Christoph Rech wollten unbedingt gewinnen, brachten in der 81. Minute mit Valentin Bannert einen Stoßstürmer. Das zahlte sich in der 85. Minute aus. Bannert passte von links in die Mitte auf Ibrahim, der frei aus elf Metern zum Abschluss kam, die Kugel halbhoch im linken Eck zum 1:0 versenkte. Auf der anderen Seite kam ein Schuss von Moser von der Strafraumkante zu zentral, so dass Löwen-Keeper Musa parieren konnte (88.). In der 3. Minute der Nachspielzeit verhinderte Musa bei einem Schuss von Elon Haxhosaj noch den Ausgleich, zwei Minuten später war er machtlos. Eine Hereingabe von links verlängerte der eingewechselte Hannes Hobelsberger mit der Fußspitze zum 1:1 ins 1860-Tor. Direkt danach pfiff der Unparteiische ab.
Die beiden Trainer der Löwen konnten mit dem Unentschieden nicht zufrieden sein. „Wenn man mit der allerallerletzten Aktion im Spiel ein Gegentor kriegt, dann sind das zwei verlorene Punkte. Definitiv“, stellte Christoph Rech klar. „Wir hatten in der 1. Halbzeit ein bockstarkes Spiel gemacht. Da müssen wir zwangsläufig in Führung gehen“, monierte der 33-Jährige die Chancenverwertung. „Wir hatten eigentlich nur zehn bis 15 Minuten nach der Pause ein bisschen Probleme, hatten keinen richtigen Zugriff. In dieser Phase haben die Jungs Charakter gezeigt.“ Ohnehin lobte Rech den Zusammenhalt im Team. „Der ist Wahnsinn. Das ist eine Truppe, die so noch nie miteinander auf dem Platz gestanden ist. Das ist nicht selbstverständlich, das darf man nicht vergessen.“ Hintenraus bemängelte Rech die fehlende Konzentration. „Da müssen wir wacher sein, da hat die Zuordnung im Zentrum gefehlt. Aber wir müssen daraus lernen. Und das ist auch völlig okay. Wir können den Jungs keinen Vorwurf machen, da spreche ich auch im Namen von Wolfgang.“
Wolfgang Sonnenhauser, der erst am Donnerstag beim Abschlusstraining erstmals bei der Mannschaft weilte, wusste seit Montag über sein Engagement bei den Löwen Bescheid. „Ich war mit Steffen Winter und Marco Haber in Mainz bei einem Trainerkongress. Da haben wir uns zusammengesetzt und alles besprochen. Für mich war die Sache relativ einfach zu entscheiden. Ich bin mit meinem Vater oft bei Sechzig in der Kurve gestanden, zusammen mit dem Obinger Fanclub. Dementsprechend ist das einfach eine coole Sache, wenn man für so einen Verein als Trainer tätig sein kann.“
STENOGRAMM
U21 Bayernliga Süd, 3. Spieltag, 31.07.2026, 18.60 Uhr
TSV 1860 München – SV Schalding-Heining 1:0 (0:0)
TSV 1860 München
1 Musa (Tor) – 2 Krasniqi, 4 Haimerl (71., 16 Osmani), 6 Fodor, 20 Schurz (81., 14 Bannert) – 5 Collins, 8 Plöttner (61., 17 Sturm), 10 Tekin – 7 Saric (71., 19 Efe), 23 Ibrahim, 12 Karakoc
Tore
1:0 Ibrahim (85.), 1:1 Hobelsberger (90.+4)
Besonderes Vorkommnis
Herzig hält Elfmeter von Plöttner (58.)
Gelbe Karten
Tekin, Fodor, Sturm – Hoffmann, Zillner
Zuschauer
150 1860-Trainingsgelaände
Schiedsrichter
Patrick Krettek (Burgheim); Assistenten: Fabian Hegener (Zell-Bruck), Sebastian Steigerwald (Rohrenfels)




