Valentin Bannert (3. v. li.) hatte mit der letzten Aktion das 3:3 erzielt. Foto: Markus BurgerValentin Bannert (3. v. li.) hatte mit der letzten Aktion das 3:3 erzielt. Foto: Markus Burger

Die Löwen-U19 nimmt einen hochverdienten Punkt beim VfB Stuttgart mit. Efe Karakoc hatte die Sechzger in der 3. Minute in Führung gebracht (3.), Kirill Serdiuk drehte mit einem Doppelpack vor der Pause die Partie (21. und 44.). Als die Junglöwen auf den Ausgleich drängten, erzielte Serdiuk seinen dritten Treffer (53.). Der eingewechselte Bienvenue Kawele (73.) und Valentin Bannert sorgten für den 3:3-Endstand (90.+4).

Es regnete in Strömen in Bad Cannstatt. Das hielt die Junglöwen jedoch nicht davon ab, früh Akzente zu setzen. In der 3. Minute steckte Paul Sturm am rechten Strafraumeck auf den gestarteten Efe Karakoc durch, der am rechten Torraumeck abschloss und ins lange Eck zum 1:0 traf. Glück hatten die Löwen vier Minuten später. Jahi Osmani hatte den Ball zurück auf Dennis Duru gepasst, der vertändelte ihn am Fünfmetereck gegen Kirill Serdiuk, der freie Bahn hatte, doch der Keeper riskierte alles, grätschte ihm von der Seite den Ball vom Fuß (7.). Im Anschluss an eine Ecke von links durch Sturm köpfte Manuel Curic am zweiten Pfosten, noch leicht abgefälscht, die Hereingabe aus fünf Metern knapp neben das Tor (12.). Der Ausgleich fiel in der 21. Minute nach einem Ballverlust im Spielaufbau. Den 17-Meter-Schuss von Kian Speidel konnte Duru noch nach links abwehren, gegen den Nachschuss von Serdiuk aus neun Metern ins lange Eck war er machtlos. Einen Pig-Pong-Ball im Stuttgarter Strafraum nahm Patrik Lacic direkt, zielt aber aus neuen Metern mit seinem Schuss aus der Drehung am langen, linken Eck vorbei (25.). Im Anschluss an ein nicht gegebenes Foul an Arda Efe kam Speidel im Zentrum an der Strafraumkante frei zum Abschluss, zielte aber genau auf Duru, der mit dem Schuss keine Probleme hatte (35.). Einen Zehn-Meter-Schuss von Wiliam Recupero faustete Duru übers kurze Eck. Die Ecke von links konnten die Sechzger nicht klären, kurz lag der Ball im Fünfmeterraum frei, Serdiuk schaltete am schnellsten, traf aus kurzer Distanz zum 2:1 für die Gastgeber (44.). Bitter so kurz vor der Pause. Mit dem Rückstand für die Junglöwen wurden die Seiten gewechselt.

Die Junglöwen starteten dominant in die 2. Halbzeit. Im Anschluss an eine Ecke von rechts durch Lacic kam Karakoc an der Strafraumkante zum Abschluss, setzte die Kugel aber neben den linken Pfosten (49.). Noch besser die Chance wenig später. Die Sechzger eroberten rechts am Strafraum den Ball, Ben Wohlketzetter passte an den Fünfmeterraum, Karakoc legte mit der Hacke zurück auf Valentin Bannert, der vollkommen frei überhastet den Ball aus zwölf Metern übers Tor setzte (50.). Kurz danach wurde eine Hereingabe von Efe direkt vor die Füße von Curic geklärt, der den Ball vom linken Fünfmetereck über das Tor schoss (51.). Der Treffer fiel vollkommen überraschend auf der anderen Seite. Salvatore Mules Schuss im Strafraum wurde von Osmani geblockt, Serdiuk nahm den Abpraller aus 14 Metern direkt, leicht abgefälscht senkte sich der Ball als Bogenlampe über Duru hinweg unter die Latte (53.). Glück hatten die Junglöwen nach einem Rechtschuss von Mule halblinks aus neuen Metern aufs lange Eck, den Duru parierte, Ali Aydin kam vollkommen frei aus fünf Metern an den Abpraller, seinen Schuss konnte der 1860-Keeper abwehren und im Nachsetzen irgendwie das Spielgerät im Liegen wegboxen (62.). Doch die Junglöwen ließen sich nicht entmutigen. Der wenige Sekunden zuvor eingewechselte Bienvenue Kawele eroberte auf der linken Seite den Ball, spielte mit Sturm Doppelpass, lief dann über links in den Strafraum, schloss mit rechts aus 14 Metern ab und traf zum Anschlusstreffer ins lange Eck (73.). Zwei Minuten später hatten die Junglöwen Glück, als Duru nach einem Rückpass von Osmani im Strafraum Serdiuk anschoss, der Ball rechts am leeren Tor vorbeiging (75.). In der Schlussphase ging es hin und her, ohne dass sich ein Team eine klare Möglichkeit erspielen konnte, lediglich nach Standards wurden die Sechzger gefährlich. Einen 24-Meter-Freistoß in zentraler Position setzte Efe rechts neben das Tor (86.). Besser war der Versuch von Sturm halblinks aus 20 Metern, ebenfalls per Freistoß. Diesmal ging der Schuss knapp links vorbei (90.+1). In der 4. Minute der Nachspielzeit schlug Curic in der eigenen Hälfte den Ball hoch nach vorne, der Innenverteidiger verschätzte sich und rutschte weg. Dadurch kam Bannert aus zwölf Metern frei zum Schuss, versenkte die Kugel zum vielumjubelten Ausgleich. Schiedsrichter Julien Belzer pfiff nochmals an, beendete aber wenige Sekunden später die Partie.

Junglöwen-Coach Jonas Schittenhelm sah sich an das Hinspiel erinnert. „Wir sind gut reingekommen in die Partie, hatten dann nach dem 1:1 einen Durchhänger, wobei wir nochmals eine sehr gute Chance nach einem Eckball zur erneuten Führung hatten.“ Diese Schwächephase, so der 41-Jährige, hätte 15 bis 20 Minuten angedauert, in der Stuttgart mehr Spielanteile hatte. „Ärgerlich war, dass wir kurz vor der Pause das 1:2 kassiert haben.“

Sein Team sei dann gut in die 2. Halbzeit gestartet. „Wir haben zwei Riesenchancen, um das Spiel zu drehen, fangen uns dann einen blöden Treffer zum 1:3 ein. Aber ich muss die Jungs loben, sie haben nie aufgesteckt, immer wieder angeschoben und sind drangeblieben.“ Die Einwechslung von Bienvenue Kawele hätte sich sofort ausgezahlt. „Mit einer Superaktion schießt er das 2:3. Wir haben bis zum Schluss an unsere Chance geglaubt und alles reingeschmissen.“ Der Lohn sei das 3:3 durch Valentin Bannert mit der letzten Aktion gewesen. „Wir haben viel investiert, ein gutes Spiel abgeliefert und nehmen am Ende verdient einen Punkt aus Stuttgart mit“, so das Resümee von Schittenhelm.


STENOGRAMM

U19-DFB-Nachwuchsliga, Vorrunde, Gruppe D,
8. Spieltag, 17.10.2026, 14 Uhr
VfB Stuttgart – TSV 1860 München 3:3 (2:1)

TSV 1860 München
Duru (Tor) – Osmani, Curic, Estermann, Efe – Wohlketzetter, Peters (90.+3, Doktorczyk), Lacic (86., Keller) – Sturm, Bannert, Karakoc (73., Kawele)

Tore
0:1 Karakoc (3.), 1:1 Serdiuk (21.), 2:1 Serdiuk (44.), 3:1 Serdiuk (53.), 3:2 Kawele (73.), 3:3 Bannert (90.+4)

Gelbe Karten
Mule, Idrizi, Speidel – Peters, Bannert

Zuschauer
85 Robert-Schlienz-Stadion

Schiedsrichter
Julien Belzer (Clausen); Assistenten: Timo Kustes (Lemberg), Max Förderer (Wiesloch)

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