David Matijevic (2. v. li.) erzielte in Unterzahl den Siegtreffer in Heidenheim. Foto: Joachim MentelDavid Matijevic (2. v. li.) erzielte in Unterzahl den Siegtreffer in Heidenheim. Foto: Joachim Mentel

Die Löwen-U17 stand nach einem 2:1-Sieg beim 1. FC Heidenheim nach Abpfiff auf Platz drei und damit in der Liga A. Zu diesem Zeitpunkt lautete das Ergebnis im Parallelspiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und Jahn Regensburg 1:1. Dann erzielte der Club-Nachwuchs nach einer Ecke in der 5. Minute der Nachspielzeit das 2:1 und zog aufgrund des besseren Torverhältnisses an den Giesingern vorbei.

Die jungen Sechzger begannen stark. In der 2. Minute wurde ein Schuss am Elfmeterpunkt von Jannis Hohenester zur Ecke geblockt. Drei Minuten später lief Rehan Murad in einen Rückpass von Jan Failer, anstatt querzulegen auf den mitgelaufenen David Matijevic schloss er halbrechts an der Strafraumkante selbst ab, noch abgefälscht von Colin Kurz ging der Schuss links am Tor vorbei (5.). Heidenheim ging mit der ersten Torannäherung in Führung. Eine Flanke von links wurde nach hinten verlängert, Rechtsverteidiger Francisco da Cunha Pimenta legte quer, der eingelaufene Eugen Rief kam aus sechs Metern zum Abschluss, traf ins kurze Eck (7.). Die Junglöwen zeigten sich nicht geschockt, spielten weiter nach vorne. Nach einer Ecke wurde erst ein Schuss von Lukas Rossa von der Sechzehnergrenze geblockt, dann von Murad, ebenfalls aus 16 Metern (18.). Nach einem Dribbling über 30 Meter schloss Murad aus 17 Metern mit links ab, seinem Schuss fehlte aber der Druck, so dass Michel Draude im FCH-Tor parieren konnte (28.). Die Junglöwen erspielten sich eine Vielzahl an Ecken. Es dauert aber bis zur 36. Minute, ehe dabei etwas Zählbares heraussprang. Jonas Mantsch hatte von rechts mit links nach innen geflankt, der eingelaufen Leonhard Schoierer am zweiten Pfosten wuchtete die Hereingabe zum 1:1 per Kopf unter die Latte (36.). Dann kam die 2. Minute der Nachspielzeit der 1. Halbzeit. Hohenester flankte einen Freistoß aus dem linken Halbfeld vors Tor, Heidenheim fing diesen ab, doch Murad kam wieder an den Ball, wollte zurück auf Oskar Lindemann als letzten Mann passen, doch das Zuspiel missriet total, war ein öffnender Pass für Julian Eble. Lindemann versuchte ihn zu stoppen, riss ihn dabei um und Schiedsrichter Paul Hohaus zückte sofort die Rote Karte (45.+2). Kurz danach war Pause.

Direkt nach Wiederanpfiff hatten die Gastgeber die Riesenchance zum 2:1. Eble flankte fast von der rechten Eckfahne Richtung Elfmeterpunkt, dort kam Leon Fernandez völlig frei an den Ball, schob ihn ohne Gegnerdruck am linken Pfosten vorbei (46.). Auch in der Folge blieb Heidenheim am Drücker. Fernandez zog von rechts Richtung Mitte, steckte dann auf Eble durch, doch dieser scheiterte im Eins-gegen-Eins am glänzend reagierenden Tobias Wieser im 1860-Tor (49.). Danach fingen sich die Junglöwen, Hohenester schickte auf der linken Seite Mantsch, dessen Hereingabe an den kurzen Pfosten auf Matijevic konnten die Gastgeber klären (51.). Den anschließenden Einwurf an der linken Eckfahne führte Mantsch schnell aus, Hohenester verlängerte den Ball im Strafraum mit einem Kontakt nach innen, Matijevic an der Fünfmeterkante brachte den Kopf an die Kugel, die zum 2:1 im langen Eck landete (51.). Im Anschluss an eine Ecke kam Elias Klarer zum Kopfball, doch der Aufsetzer bereitete Wieser keine großen Probleme (60.). Die Junglöwen ließen wenig zu, verteidigten leidenschaftlich und hatten das Glück der Tüchtigen. In der 73. Minute flankte Luca Mayer von rechts, der eingewechselte Marlon Prinzen verpasste die Hereingabe freistehend an der Fünfmeterkante. Auf der anderen Seite köpfte Klarer einen weiten Einwurf von Mantsch genau vor die Füße von Murad, dessen Schuss aus neun Metern aber von einem Heidenheimer geblockt wurde (77.). Bei einer guten Konterchance kam der Pass von Matijevic an der Strafraumgrenze etwas zu sehr in den Rücken von Neal Doktorczyk, so dass die FCH-Abwehr den Angriff verteidigen konnte (82.). In der 90. Minute schlug Leonard Dinaj den Ball aus dem rechten Halbfeld in den 1860-Strafraum, Rossa wollte mit der Hacke klären, legte die Kugel aber für Abdullah Yavuz auf, der aus sieben Metern am Tor vorbeiköpfte (90.). In der kompletten Nachspielzeit belagerte Heidenheim den Strafraum der Junglöwen, die sich aber mit Glück und Geschick über die Zeit retteten. Im Moment des Abpfiffs stand es im Spiel zwischen Nürnberg und Regensburg noch 1:1, weswegen die Freude bei den Sechzgern besonders groß war. Doch dann kam die Kunde, dass der Club noch das 2:1 erzielt hatte. Damit rutschten die Junglöwen aufgrund des schlechteren Torverhältnisses auf Platz vier. Entsprechend sank die Stimmung auf den Nullpunkt.

„Es war ein unfassbarer Nachmittag“, beschrieb Trainer Peter Ulbricht den Wahnsinn. „Das habe ich auch noch nicht so gehabt!“ Sein Team sei „super fokussiert“ die Partie in Heidenheim angegangen. „Wir waren sehr dominant, haben uns in der 1. Halbzeit in der Hälfte des Gegners festgespielt. Ärgerlich war, dass Heidenheim mit der ersten Aktion in Führung gegangen ist. Es war für uns ein Nackenschlag, der uns aber nicht zurückgeworfen hat. Verdientermaßen haben wir noch vor der Pause das 1:1 gemacht.“  Aber Ulbricht verschwieg auch nicht den Platzverweis von Oskar Lindemann. „Die 1. Halbzeit lief nicht für uns“, lautete deshalb das Fazit des 39-Jährigen, „obwohl wir ein sehr gutes Spiel gemacht haben.“

In der Kabine habe sich die Mannschaft eingeschworen und sich gesagt, dass es jetzt nur noch um den Sieg gehe. „Es herrschte eine geile Stimmung“, erzählt Ulbricht. „Wir mussten in der 2. Halbzeit viel leiden, die eine oder andere heikle Situation überstehen, haben uns aber nicht entmutigen lassen. Nach dem 2:1 war es nur noch Kampf, es war viel Feuer und Energie in der Mannschaft, alle haben gebrannt.“

Der Trainer beschrieb auch die Stimmung nach Abpfiff. „Wir haben per Live-Ticker mitgekriegt, dass es zwischen Nürnberg und Regensburg 1:1 steht. Die Jungs haben schon gejubelt und gefeiert, sind fast durchgedreht vor Glück. Doch dann kam die Nachricht, das in der 95. Minute das 2:1 nach einem Eckball gefallen war!“

Ulbricht war trotzdem zufrieden mit der Moral der Mannschaft, die einen Rückstand und den Platzverweis weggesteckt hatte. „Wir hätten alle gerne die Qualifikation für die Liga A geschafft. Unterm Strich war es eine super Vorrunde. Am Ende sind wir nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gescheitert. Die Art und Weise ist bitter, aber wir haben uns nichts vorzuwerfen“, lautet das Fazit des Junglöwen-Trainers.


STENOGRAMM

U17-DFB-Nachwuchsliga, Vorrunde Gruppe D
14. Spieltag, 29.11.2025, 13 Uhr
1. FC Heidenheim – TSV 1860 München 1:2 (1:1)

TSV 1860 München
Wieser (Tor) – Lindemann, Kimmel, Rossa, Mantsch – Murad, Doktorczyk, Hohenester – Kirchmann (49., Riedeslberger), Matijevic (90., Büsel), Schoirer(74., O’Bryant)

Tore
1:0 Rief (7.), 1:1 Schoierer (36.), 1:2 Matijevic (51.)

Gelbe Karten
Kurz, Klarer – Kimmel

Rote Karten
– Lindemann (45.+2)

Zuschauer
75 Voith-Arena West

Schiedsrichter
Paul Hohaus (Röllshausen); Assistenten: Makram Nakad (Remsfeld), Kevin Kühne (Landwehrhagen)

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